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Brief von Anton Glaisen an seine Eltern, geschrieben in der Militärkaserne Sitten

Datum 7. September 1861
Personen Täiler
Tschieder
Anton Stockalper
Riedmatten
Anton Glaisen
Ort Sitten
Dokument-Grösse17.0 x 21.5 cm, 4 Seiten
Dokument-Namescan052
scan052
Text Sitten den 7. September
Viel geliebter Vater und Mutter
In dem dass ich auch ganz allein zurücklassen muss,
so bitte ich sie um Verzeihung, weil dieses nicht aus meinem
Interesse geschehen ist. Den ich wäre doch lieber zuhause
geblieben. Aber die Unbiel und die Ungerechtigkeit der Aufsicht
und meine gute Auffuhr war die Schuld daran.
Ich hoffe daher, Sie werden es mir nicht verübeln, den ich habe
von dem Herrn ....... Täiler 5 Franken Geld entlehnt, den ich
haben den Tschieder nicht angetroffen, es war niemand zuhause.
Dann war ich zu dem Anton Stockalper gegangen und der schrieb
mir einen Brief an das Departement, aber es half nichts,
den der andere Brief war nicht angekommen und dieser war
zu spät gewesen.
Nun muss ich eilen, den die Zeit erlaubt es mir nicht lange
und neues weiss ich euch nicht zu schreiben, als das ich und der
Bruder nicht in der gleichen Kompanie sind.
Bei mir waren alles unbekannte Rekruten, aber zusammen kommen
wir darum gleich, den ich gehe alle Tage ein bis zweimal in
ihre Kaserne, hier sind drei Kompanien und ich bin in der
dritten. Der Hauptmann heisst Riedmatten.
Gott sei bei Euch und bei mir.
Ich grüsse Euch alle herzlich, meine vielgeliebten
Eltern und Geschwister.
Ich verbleibe Eures treues Kind, ich Anton Glaisen Wachtmeister.
Ich glaube es werden hier lange Wochen geben bis ich wieder
nach Hause kommen kann, aber ich lebe in der besten Hoffnung
ich werde Sie gesund wieder finden.
Der liebe Gott wird es alles zu besten regieren und er
grüsse Euch.
Wir leben hier ohne Sorgen, etwas kriegt man heute und
etwas morgens, den was nicht gehen kann, das lehren Sie.
Grüssen Sie mir mein treues Herz.
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